Das Linsenereignis

Sternentyp:

Entfernung:

Bemerkung:

Unbekannt

Ca. 15.000 Lichtjahre

Entdeckung durch Gravitationslinseneffekt (Microlensing)

 

Prinzip der Gravitationslinse: Von einem fernen Stern erreicht nur wenig Licht die Erde (A). Zieht ein anderer, unsichtbarer Stern jedoch genau in Blickrichtung vorbei, bündelt er mit seiner Schwerkraft das Licht des Sterns und läßt ihn heller erscheinen (B). Ein zweiter, kurzer Helligkeitssprung könnte einen Planeten des Vordergrundsterns verraten (rechts).

 

Spekulationen über den Planeten in MACHO-98-BLG-35

 

Vielleicht hat sich in dem Gravitationslinsen-Ereignis MACHO-98-BLG-35 ein Zwillingsplanet der Erde verraten.

Viele Sterne sieht man niemals direkt, weil sie zu weit entfernt sind. Doch gelingt es manchmal, sie mit einem Trick aufzuspüren. Jeder Himmelskörper kann mit seiner Schwerkraft das Licht wie eine Linse bündeln. Passiert nun ein kleiner, unsichtbarer Stern die Sichtlinie von der Erde zu einem Hintergrundstern, erscheint dieser für kurze Zeit heller. Dauer und Stärke des Linseneffekts geben uns Hinweise auf die Natur des unsichtbaren Sterns. Mit dieser Technik sucht man nach MACHOs (Massive Compact Halo Objects) - dunklen Sternen - und umherirrenden Planeten.

 

Eines dieser Mikrolinsenereignisse war MACHO-98-BLG-35. Nachdem der unsichtbare Linsenstern seine Leuchtspitze in den Detektoren hinterlassen hatte, folgte ein zweiter, sehr viel kleinerer Helligkeitssprung. Das zweite Linsenereignis verrät möglicherweise einen fernen Planeten. Dieser scheint so groß wie die Erde zu sein und sich auf einer ähnlichen Umlaufbahn zu befinden.

Wir werden nie erfahren, wie es auf diesem Planeten wirklich aussieht - aber vielleicht gibt es dort solch eine Felsküste mit grünen Pflanzen und außerirdischen Tieren.

 

Vielleicht haben wir zum ersten Mal einen Zwillingsplaneten der Erde gefunden. Aber wir werden ihn niemals zu sehen bekommen, denn er befindet sich in den Tiefen des Alls, wahrscheinlich 15.000 Lichtjahre in Richtung galaktisches Zentrum. So bleibt kaum eine Basis für Spekulationen. Doch selbst wenn sich der Planet von MACHO-98-BLG-35 bei weiteren Analysen als Messfehler erweisen sollte, hält die Galaxis viele andere erdähnliche Planeten bereit, und irgendwann werden wir sie finden.

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